
Wo sind all die High Potentials hin?
In meinem heutigen Beitrag möchte ich über die aktuelle Studie “High Potentials 2008/2009” (Kienbaum) bloggen. Die Ergebnisse dieser Studie besagen, dass der Bedarf der Unternehmen an den sogenannten “High Potentials” trotz Finanzkrise weiter gestiegen sei. Gegenüber 2007 stieg 2008 die Zahl der geplanten Einstellungen von Absolventen von 24 und 35, wobei sich davon der Anteil der High Potentials von elf auf 23 erhöhte.
Dass der Bedarf an sich gestiegen ist, erscheint nicht ungewöhnlich: Gerade in Krisenzeiten können die Top-Kandidaten mit einem hellen Köpfchen, Belastbarkeit und Eigeninitiative eher einen Beitrag zur Bewältigung der Krise leisten als der Otto-Normal-Mitarbeiter, wenn man ihn an dieser Stelle mal so bezeichnen darf. Allerdings kann laut Studie der Bedarf (insbesondere an Wirtschaftswissenschaftlern, Informatikern und Ingenieuren) nicht gedeckt werden. Viele Stellen bleiben vakant. Warum? Die naheliegendste Erklärung ist, dass die finanziell geschwächte Lage der Unternehmen trotz Bedarf kein Budget für die Einstellung von High Potentials erlaubt. Darüber hinaus kann eine wenig überzeugende Arbeitgebermarke bewirken, dass sich die High Potentials eben nicht dort bewerben, wo sie gesucht werden.
Auch die Relevanz von Employer Branding in Krisenzeiten wird hier ganz deutlich: Wer nicht auch in Krisenzeiten in den Erhalt und Aufbau seiner Arbeitgebermarke investiert, der wird heute, und erst recht nach der Krise, enorme Schwierigkeiten haben, die Zielgruppe von sich zu überzeugen. Das, was an Image heute verloren geht, kann morgen nur mit viel Aufwand und Kosten wiederhergestellt werden.
Aus meinem privaten Umfeld kann ich sagen, dass viele Absolventen, auch die mit den richtig guten Abschlüssen, zur Zeit kaum passende Stellen auf dem Arbeitsmarkt finden. Gerade für Absolventen der Wirtschaftswissenschaften ist es enorm schwierig, überhaupt ein Jobangebot zu finden, dass halbwegs den eigenen Ansprüchen und Fähigkeiten entspricht. Einerseits bestätigt mir das die These, dass trotz Bedarf viele Stellen vakant bleiben, weil sie mangels Budget nicht besetzt werden können. Andererseits stellt sich hier die Frage, ob der Markt derzeit überhaupt genügend Top-Absolventen bereitstellt, die diesen Bedarf decken können.
Dieser Frage und der Frage nach den Eigenschaften eines “High Potentials” werde ich mich in einigen meiner nächsten Beiträge widmen…
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