Sophie Müller

Employer Branding – wozu soll das eigentlich gut sein?

by Sophie Müller Mittwoch, 11.11.2009, 13:17  

Das Employer Branding wirkt sich nicht nur positiv entlang der Wertschöpfungskette des HR aus, sondern auch auf den Erfolg vieler verschiedener Unternehmensbereiche. Employer Branding zeigt in fünf Bereichen positive Effekte und generiert dort Wettbewerbsvorteile:

Die Wirkungen zeigen sich einem Fachartikel der DEBA zufolge bei der Mitarbeitergewinnung (Steigerung der Effizienz, Senkung des Personalbeschaffungsaufwands) und –bindung (Identifikation, Loyalität, Senkung der Fluktuationsrate), in der Unternehmenskultur (macht Werte erlebbar), in der Leistung und im Ergebnis (höhere Leistungsmotivation, gesteigerte Qualität der Arbeitsergebnisse) sowie bei der Unternehmensmarke (Markenimage, Erschließen von Marken-Synergien, Mitarbeiter als Botschafter, erhöhte Wahrnehmung der Marke).

Eine in Nordamerika durchgeführte Studie, in der 40.000 Angestellte befragt wurden, konnte einen positiven Zusammenhang zwischen der Identifikation der Angestellten mit dem Arbeitgeber und Kostensenkungen in verschiedenen Unternehmensbereichen nachweisen. Dem ausführlichen Bericht von Towers Perrin ist zu entnehmen, dass alleine Einsparpotenziale durch die Senkung der Mitarbeiterfluktuation aufgrund des Employer Branding bedeutend sind. Weitere positive Wirkungen sind in der höheren Leistungsbereitschaft, in sinkenden Produktionskosten und der Verbesserung der Kundenzufriedenheit, was letztlich zu einem besseren Geschäftsergebnis führt, zu sehen.

Eine andere Studie in 41 Unternehmen über drei Jahre hinweg konnte den positiven Zusammenhang zwischen Mitarbeiter-Commitment und Unternehmensprofiten bestätigen. Es ist also nachweisbar, dass Employer Branding auch zum finanziellen Erfolg des Unternehmens beiträgt und sich Investitionen in den Aufbau und der Entwicklung der Arbeitgebermarke lohnen.[1]

Diejenigen Unternehmen, die bereits im Employer Branding aktiv sind, schätzen die Arbeitgebermarke hoch aufgrund bedeutender Vorteile. Einer Hewitt-Studie zufolge werden folgende besonders häufig genannt:

  1. 92 Prozent der Befragten geben an, dass die Attraktivität des Unternehmens gesteigert wird.
  2. Eine engere Bindung der Mitarbeiter an das Unternehmen wird von 69 Prozent der Befragten genannt.
  3. 68 Prozent der Unternehmen nennen eine Steigerung der Initiativbewerbungen.
  4. Eine Stärkung der Mitarbeiterzufriedenheit und ein höheres Engagement werden von immerhin 66 Prozent der befragten Unternehmen genannt.
  5. 64 Prozent geben eine schnellere Stellenbesetzung aufgrund des Employer Branding an.

Laut HR-Barometer von Capgemini Consulting wurde ein positiver Zusammenhang zwischen der Beliebtheit eines Unternehmens und dessen nachweislichen Erfolgen bei der Mitarbeiterrekrutierung und Bindung konstatiert. Festmachen lässt sich dies an geringeren Kosten pro Einstellung, denn indem die richtigen Leute für das Unternehmen arbeiten wollen, steigt die Qualität der Bewerbungen, die Bearbeitung der Bewerbung braucht weniger Zeit, und ein gutes Employer Branding stärkt das Commitment der eigenen Mitarbeiter, so dass die Mitarbeiterfluktuation sinkt und weniger Nachfolger eingestellt und integriert werden müssen.[2]

Ich würde mich freuen, von Ihren Erfahrungen mit dem Employer Branding zu hören.


[1] Vgl. DEBA 2006: Werttreiber Employer Branding, S. 1f.;
Highhouse, Hoffman 2001: Organizational attraction and job choice, S. 37ff.

[2] Vgl. Allen 2008: Brand aid, S. 13.

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