Melanie Pürschel

Tiefgefroren in der Truhe…

by Melanie Pürschel Montag, 21.12.2009, 11:11  

…liegt die Gans aus Dänemark [...]

Ohne Kopf, Hals und Gekröse
liegt sie neben dem Spinat. [...]

Heinz Erhardt (1909 – 1979)

Dieses Jahr bin ich doch schon in Weihnachtsstimmung – Sie auch? Daher auch Titel nach dem bekannten Gedicht von Heinz Erhardt, welches ab und zu in der Weihnachtszeit zu hören ist.

Oh – will da angesichts nackter, sozusagen mit Gänsehaut überzogener Wahrheiten, so gar keine Weihnachtsstimmung aufkommen? Tja, des einen Freud, des anderes Leid! Die Vorweihnachtszeit spaltet die Gemüter: während die einen sich ganz vom schweren Räucherkerzchenduft und “Last Christmas” inspirieren lassen, so langsam die Arbeitstage vor Weihnachten ausklingen lassen (”da ist beim Kunden ja eh keiner mehr da”), können die anderen vor Arbeit und Jahresabschluss kaum an etwas anderes denken.

Wie kann in dieser Situation ein Arbeitgeber seinem “Image” gerecht werden und die Wahrnehmung seiner Arbeitgebermarke in positiver Art und Weise beeinflussen? Ein gängiger und allseits beliebter Weg in der Weihnachtszeit – getreu dem Motto “Tue Gutes und rede darüber” – ist natürlich eine Spende an Bedürftige. Mitarbeiter werden in Aktionen einbezogen und den eigenen Kunden wird darüber berichtet.

Viele Unternehmen lassen es sich nicht nehmen, auch in diesem Jahr zu spenden, sich sozial zu engagieren und regionale Verantwortung zu übernehmen- weshalb sie dies tun? Nun die Gründe mögen sehr unterschiedlich sein. Die Medienwirksamkeit spielt auf jeden Fall immer eine sehr große Rolle. Die Aktionen sind meist kreativ und publikumsträchtig und sollen somit positive Assoziationen hervorrufen. Wird also nicht aus Menschenfreundlichkeit gespendet? Vielleicht eher aus Imagepflege und Mitarbeitermotivation heraus? Eine Studie von Price Waterhouse Coopers (2007) befragte die 500 größten Aktiengesellschaften Deutschlands, gibt Antworten und stellt fest, dass das stärkste Spendenmotiv vor allem die regionale Image- und Beziehungspflege ist, aus der sich auch wieder Umsatz generieren lässt. Gleich auf Platz 2 der Spendenmotive folgt die Steigerung der Arbeitgeberattraktivität für Nachwuchskräfte. 

Hier einige Beispiele, die verdeutlichen, dass sowohl Spender als auch Spendenempfänger durch das Spenden an Reputation gewinnen und spendende Unternehmen als Arbeitgeber ein positives Image erlangen- in interner Mitarbeitersicht und aus externer Kundensicht:

SOS-Kinderdörfer werden durch unterschiedliche Firmen gefördert – deutlich wird berichtet, wer was gespendet hat.

Große Unternehmen wie z.B. Vodafone haben eine komplette Seite mit Unterseiten ins Netz gestellt, die die unterschiedlichen Aktionen bewerben und beschreiben. Vom Spendenmarathon über Stiftungen bis hin zum Klimaschutz lassen sich Informationen erhalten.

Auch kleinere regionale Unternehmen spenden und machen sich in ihrer Region bekannt und beliebt.

In welcher Form engagieren sich Ihre Unternehmen oder Teams? Haben Sie weitere Beispiele? Ich bin gespannt und freue mich auf eine rege Diskussion!

Und vielleicht kommt Ihre Weihnachtsgans vielleicht doch nicht aus Dänemark, sondern vom Bauern nebenan?  Engagement und regionale Verantwortung beginnt schließlich vor der eigenen Haustür!

Mit weihnachtlichen Grüßen, Ihre Melanie Pürschel 

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