
Nutzung des Internet zur Vorqualifikation von Bewerbern
Anlässlich des Arbeitskreises Personalentwicklung der Silicon Saxony bei der T-Systems Multimedia Solutions am 19.8.2009 in Dresden diskutierten die Teilnehmer noch darüber, wie hoch wohl der tatsächliche Anteil der Recruiter sei, die sich Informationen über Bewerber im Internet beschaffen.
Nur einen Tag später wurde nun eine Studie der Dimap (im Auftrag des BMELV) veröffentlicht, die darüber Auskunft gibt. Von den befragten Unternehmen gaben 36 Prozent an, sie würden sich bei der Auswahl gezielt im Internet über den Bewerber informieren. Private Karriereportale und auch soziale Netzwerke (wie zum Beispiel Facebook oder StudiVZ) werden als Quellen genutzt, um sich ein Bild über den Bewerber zu machen. Das ist gegenüber Bewerbern ein klares Signal, dass Personalmanager sich das Medium mehr und mehr erobern und für eigene Zwecke nutzen.
Von 76 Prozent der Arbeitgeber wird es negativ angekreidet, wenn sich Bewerber abfällig im Internet über ihre Jobsituation äußern. Auch wenn offensichtlich nicht für ein breites Publikum geeignete persönliche Inhalte oder Fotos von privaten Partys im Internet veröffentlicht werden, kann das dem Bewerber Nachteile bringen.
Spannend sind die weit auseinander gehenden Ansichten zwischen den Branchen. Während IT-Unternehmen zu 75 Prozent und Handwerker sogar zu 100 Prozent aussagen, dass Angaben im Internet über Hobbys und soziales Engagement sich positiv bei der Bewerbung auswirken, sind in der Verkehrs- und Logistikbranche nur 33 Prozent damit zu überzeugen. Fast die Hälfte aller befragten Unternehmen fand es jedoch schlecht, wenn die gemachten Angaben von den Informationen in der Bewerbung selbst abweichen. Bloggen und Twittern stehen ebenfalls nicht so hoch im Kurs. Bei 10 Prozent aller befragten fiel dies negativ ins Gewicht, den meisten aber (67 Prozent) war es in Bezug auf die Bewerbung egal.
Ein sehr interessanter Artikel, der sich mit meinen HR-Erfahrungen aus der Praxis voll und ganz deckt und dessen Aussagen ich in jeder Beziehung unterstreichen kann. Schade, dass dies in der HR-Berichterstattung nicht häufiger thematisiert wird.