
Mobile Recruiting als Element der Personalbeschaffung – Erkenntnisse einer Studie
Im Dezember 2009 wurde durch contebis, djm consulting und eco eine Studie zum Mobile Recruiting veröffentlicht. Die Ergebnisse der Studie wurden schon in einigen Blogs aufgegriffen (z.Bsp. Saatkorn, Mitarbeiterblog und weitere), weshalb hier nur kurz die wichtigsten Ergebnisse aufgegriffen werden.
Ich habe mich vielmehr damit auseinandergesetzt, wie das Mobile Recruiting heute schon umgesetzt wird, welche Anbieter es gibt und wie ich die Wirkungen auf das Employer Branding beurteile.
Doch was ist Mobile Recruiting eigentlich?
Eine elektronisch gestützte Form der Personalbeschaffung, bei der Unternehmen mit potenziellen Bewerbern über mobile Endgeräte Kontakt aufnehmen. Der Nutzer bekommt auf diesem Wege Stellenangebote, Informationen zu den Firmen oder einen Link zur Karriere-Website. Auch in der Wikipedia ist der Begriff Mobile Recruiting schon zu finden – als Teil des E-Cruiting. Dort wird Mobile Recruiting beschrieben als die Unterstützung der Personalbeschaffung durch mobile Endgeräte. „Das Mobile Recruiting wird insbesondere bei Rekrutierung jüngerer Bewerber eingesetzt, weil davon ausgegangen wird, dass diese leichter über mobile Endgeräte, als zum Beispiel über E-Mails zu erreichen sind.“
“Interesse und Informationsbedarf sind groß. Unternehmen sollten jetzt prüfen, welche Anwendungen zu ihnen passen und sich mit den Möglichkeiten des Mobile Recruiting vertraut machen. Hier besteht die Chance, der Zielgruppe in den mobilen Alltag zu folgen”, sagt Harald A. Summa, Geschäftsführer von eco – Verband der deutschen Internetwirtschaft e.V.
An der Mobile Recruiting Studie beteiligten sich 367 Vertreter aus dem Bereich Human Resources mit Schwerpunkt Personalmarketing und Personalbeschaffung.
Wesentliche Ergebnisse der Studie sind:
- Es besteht großes Interesse am Thema „Mobile Recruiting“, doch sind die Möglichkeiten vielfach noch unbekannt. Es gibt große Unkenntnis über die mobilen Technologien, so kann sich etwa ein Drittel unter iPhone-Applikationen nichts vorstellen.
- Dennoch werden die Potenziale erkannt. So sind 89 Prozent der Meinung, dass die Zielgruppenansprache über mobile Medien an Bedeutung gewinnen wird. 42 Prozent der Teilnehmer gaben an, sich vorstellen zu können, dass in den nächsten 2 Jahren eine mobile Kampagne entwickelt und implementiert wird.
- Das größte Nutzenpotenzial wird in der mobilen Karriere-Website gesehen, gefolgt von Karriere-Newslettern per SMS oder MMS und mobilen Tags auf Stellenanzeigen.
- Präferierter Content, der über mobile Endgeräte zur Verfügung gestellt werden soll, sind Stellenangebote (88 Prozent), aber auch die Kommunikation von Einstiegsmöglichkeiten (70 Prozent), Ansprechpartner (69 Prozent) sowie allgemeine Informationen zum Unternehmen (68 Prozent).
- Kernzielgruppe der Ansprache über mobile Endgeräte sind Schüler und Studenten, Professionals sind bisher noch nicht im Fokus.
Schon 2008 waren über 10 Millionen Deutsche mobil online. Tendenz steigend – die Prognose sagt für 2012 etwa 20 Millionen mobile Internetnutzer voraus. Dies resultiert aus immer besseren mobile Devices, attraktiveren Tarifen und maßgeschneiderten Inhalten.
Die ersten Nutzer von Mobile Web Angeboten waren hauptsächlich geschäftliche Nutzer, die die Mobiltelefone vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellt bekommen haben. Die Nutzung der internetfähigen Mobiltelefone erfolgte überwiegend zur Abfrage von e-Mails und zur schnellen Informationsaufnahme (Wetter, Finanzen, News). Doch auch bei privaten Nutzern steigt der Wunsch nach dem mobilen Internet – erste entsprechende Angebote gibt es heute.
Obwohl als Zielgruppe zumeist Studenten, Azubis, Schüler genannt werden, besitzen diese oftmals noch kein eigenes Smartphone. Diese sind heute oftmals noch zu teuer für die jungen Leute, während sie im Geschäftsbereich schon häufig genutzt werden. Ich vermute aber, dass aufgrund der Entwicklungen des Mobilphone-Marktes die Preise für internetfähige Endgeräte sowie die Tarife auch für junge Leute erschwinglich werden und somit die Nutzung dieser Geräte steigen wird.
Doch was wünschen sich private Nutzer solcher mobiler Web Angebote?
Dazu schreibe ich in meinem nächsten Artikel.
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